Frequently Asked Questions

Was ist hier mit „Forschungsdaten“ gemeint?
Welche Anforderungen bestehen von Seiten der Universität an das Management von Forschungsdaten?
Was sind die Anforderungen von Fördereinrichtungen und Verlagen an die Zugänglichkeit von Forschungsdaten?
Weshalb sollten Forschungsdaten archiviert werden?
Welche Gründe sprechen für die Veröffentlichung von Forschungsdaten?
Wo und wie können Forschungsdaten veröffentlicht werden?
Wie erstelle ich einen Datenmanagementplan?
Wie kann ich meine Daten auf heiDATA veröffentlichen?
Unter welchen Lizenzbedingungen kann ich meine Daten auf heiDATA veröffentlichen?
Welche Open Source Lizenz kann ich für meine Software-Entwicklung verwenden?
Welche Dateiformate können in heiDATA verwendet werden?
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Was ist hier mit „Forschungsdaten“ gemeint?

Eine umfassende und einheitliche Definition von Forschungsdaten zu geben, ist kaum möglich. Daher soll der Ausdruck hier möglichst offen verwendet werden. Ganz allgemein gesprochen sind Forschungsdaten Daten, die im Forschungsprozess erzeugt, gesammelt oder zusammengestellt werden und auf deren Grundlage wissenschaftliche Hypothesen, Modelle oder Theorien gebildet werden. Es kann sich bei Forschungsdaten also, je nach Fachdisziplin und Forschungskontext, beispielsweise um MRT-Aufnahmen in der Medizin, Fragen und Antworten einer Umfrage in den Sozialwissenschaften, Ergebnisse experimenteller Messreihen in der Chemie, große Textkorpora für Text-Mining-Analysen in der Linguistik uvm. handeln. Im Hinblick auf Angebote zur Archivierung und Veröffentlichung von Forschungsdaten, um die es hier geht, ist einzig wichtig, dass die Daten in digitaler Form vorliegen bzw. in diese gebracht werden können.

Welche Anforderungen bestehen von Seiten der Universität an das Management von Forschungsdaten?

Die Universität Heidelberg hat in ihrer im Juli 2014 verabschiedeten Research Data Policy Richtlinien für das Management von Forschungsdaten erlassen. Darin werden alle Projektverantwortlichen dazu aufgefordert, Datenmanagementpläne für ihre Forschungsprojekte zu erstellen, die den Zugriff und die Nutzung von Forschungsdaten unter Einhaltung von ethischen und Open Access-Prinzipien unter geeigneten Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten. Das Kompetenzzentrum Forschungsdaten soll gemäß der Policy die Projektverantwortlichen bei der Erstellung und Umsetzung ihrer Datenmanagementpläne unterstützen.

Was sind die Anforderungen von Fördereinrichtungen und Verlagen an die Zugänglichkeit von Forschungsdaten?

Die Zugänglichkeit von Forschungsdaten rückt immer stärker in den Fokus von Forschungsförderern. Exemplarisch zeigen dies die Vorgaben der EU und der DFG:

  • EU: Das achte Forschungsrahmenprogramm der EU Horizon 2020 sieht einen sog. „Open Research Data Pilot“ vor. An dem Pilotversuch teilnehmende Projekte sind verpflichtet einen Datenmanagementplan für ihr Projekt zu pflegen und sollen zudem ihre Daten nach Möglichkeit im Open Access zugänglich machen. Vgl. Guidelines on Data Management in Horizon 2020 und Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Research Datain Horizon 2020.
  • DFG: Gemäß dem allgemeinen Leitfaden für die Antragstellung sollen Antragsteller im Rahmen von DFG-Anträgen darlegen, ob und auf welche Weise Forschungsdaten für andere zur Verfügung gestellt werden. Eine Datenveröffentlichung ist nicht verpflichtend, jedoch werden Antragsteller dazu ermutigt. Die für die Nachnutzung der Forschungsdaten anfallenden projektspezifischen Kosten können im Rahmen des Projekts beantragt werden.

Auch Verlage und Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften drängen stärker auf die Zugänglichkeit von Forschungsdaten. Beispiele sind die Policies zur Datenverfügbarkeit bei PLOS und Nature, die beide eine Verfügbarkeit der ihren Artikeln zugrunde liegenden Daten einfordern.

Weshalb sollten Forschungsdaten archiviert werden?

Die langfristige Archivierung von Forschungsdaten ist Voraussetzung für die prinzipielle Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, die auf der Auswertung dieser Daten beruhen. Zudem bietet die Archivierung die Chance, die Daten zukünftig im Kontext neuer wissenschaftlicher Fragestellungen nachnutzen zu können. Insofern ist sie ein zentraler Aspekt guter wissenschaftlicher Praxis.

Aus diesem Grund fordert die Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Universität Heidelberg, dass Forschungsdaten mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden müssen. Auch die DFG und andere Wissenschaftsförderer wie die EU empfehlen die langfristige Archivierung von Forschungsdaten.

Welche Gründe sprechen für die Veröffentlichung von Forschungsdaten?

Forschungsdaten werden durch Ihre Veröffentlichung auch über ein spezifisches Forschungsprojekt hinaus der Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung gestellt. Forschungsdaten werden auf diese Weise als eigenständige wissenschaftliche Leistungen sichtbar und gewürdigt. Es liegt es dabei in Ihrem Ermessen zu entscheiden, ob und zu welchem Zeitpunkt Sie Ihre Daten Kooperationspartnern oder der gesamten wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu Verfügung stellen möchten.

Durch die Vergabe von persistenten Identifiern wie DOIs werden Forschungsdaten dauerhaft referenzierbar und zitierfähig. Zudem können auf dieser Grundlage Verlinkungen zwischen den veröffentlichten Datensätzen und den auf diesen Daten basierenden Publikationen erstellt werden. Sie haben dadurch die Möglichkeit in Ihren Publikationen direkt auf die Ihren Überlegungen zugrundeliegenden Daten zu verweisen.

Für eine Datenpublikation sprechen die folgenden Gründe:

  • Sicherbarkeit Ihrer Daten und damit einhergehend wissenschaftliche Reputation
  • Transparenz und Nachprüfbarkeit Ihrer Forschungsergebnisse
  • Möglichkeit der Nachnutzung Ihrer Daten in neuen Kontexten, für andere Fragestellungen, in Kombination mit weiteren Daten und in interdisziplinären Zusammenhängen
  • Gesteigerte Sichtbarkeit Ihrer Publikationen: Veröffentlichungen bei denen zugehörige Forschungsdaten veröffentlicht wurden, werden häufiger zitiert. Vgl. Piwowar, Day & Fridsma (2007) und Piwowar & Vision (2013).
  • Vermeidung von Doppelarbeit bei der Erhebung durch die Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten durch Dritte
  • Erfüllung der Anforderungen hinsichtlich der Zugänglichmachung des Datenmaterials von Fördereinrichtungen wie DFG und EU sowie einer Reihe von Fachzeitschriften, z.B. Scientific Reports von Nature

Wo und wie können Forschungsdaten veröffentlicht werden?

Um Forschungsdaten öffentlich zugänglich zu machen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Fachspezifische Datenarchive und Datenzentren, z.B. Dryad für die Medizin und Biowissenschaften oder Pangaea für die Geowissenschaften.
  • Datensupplemente in Fachzeitschriften, z.B. bei Nature
  • Eigenständige Datenzeitschriften, wie z.B. GigaScience oder Journal of Chemical and Engineering Data
  • heiDATA, die Forschungsdatenplattform der Universität Heidelberg: Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse haben, Ihre Daten bei uns zu veröffentlichen.
  • Bild- und AV-Daten: heidICON, das digitale Bildarchiv der Universität Heidelberg
  • Ein umfassendes Verzeichnis von Forschungsdatenarchiven bietet re3data.

Wir beraten Sie gerne, wenn Sie nicht sicher sind, welche Angebote es in Ihrem Fachgebiet gibt und welcher Weg für Sie der sinnvollste ist.

Wie erstelle ich einen Datenmanagementplan für mein Projekt?

Um eine dauerhafte und nachnutzbare Archivierung der Daten gewährleisten zu können, sollten Sie bereits frühzeitig ein Datenmanagementkonzept für Ihr Forschungsprojekt erstellen. Bei Bedarf unterstützen wir Sie bei der Erarbeitung eines solchen Datenmanagementplans.Für die Erstellung von Datenmanagementplänen empfehlen wir Ihnen zudem den Dienst DMPonline. Mit Hilfe dieses vom britischen the Digital Curation Centre (DDC)entwickelten Programms können Sie schrittweise einen auf Ihre Bedürfnisse und die Anforderungen verschiedener Fördereinrichtungen abgestimmten Datenmanagementplan erstellen. Die Nutzung von DMPonline ist kostenfrei. Die erstellten Pläne können in verschiedenen Formaten exportiert werden, um Sie beispielsweise in Projektanträge zu integrieren.

Dabei ist insbesondere die Beschreibung der Daten durch geeignete Metadaten von zentraler Bedeutung. Hiermit sollte möglichst frühzeitig, bereits in der Erhebungsphase begonnen werden, da Ihre Datensätze nur durch präzise Beschreibungen von Dritten sinnvoll interpretiert werden können. Auch die Wahl geeigneter Dateiformate spielt eine große Rolle, ebenso wie Fragen der Speicherung, Datensicherung und des geregelten, sicheren Zugriffs auf die Daten. Gerade im Hinblick auf eine mögliche Nachnutzung der Daten sind zudem nicht nur technische, sondern auch rechtliche Gesichtspunkte (Urheberrecht, ggf. Persönlichkeitsrechte und Datenschutz) zu beachten. Gerne beraten wir Sie zu diesen Punkten im Hinblick auf ihr Forschungsprojekt und ihre individuellen Anforderungen.

Wie kann ich meine Daten auf heiDATA veröffentlichen?

Hier finden Sie eine Anleitung zur Veröffentlichung von Forschungsdaten in heiDATA.

Unter welchen Lizenzbedingungen kann ich meine Daten auf heiDATA veröffentlichen?

heiDATA ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Lizenzmodelle für die Veröffentlichung von Forschungsdaten. Wir empfehlen die Wahl von Creative-Commons- oder Open-Data-Commons-Lizenzen. Die Lizenzvariante CC-BY gewährleistet aus unserer Sicht aktuell die freie Nutzbarkeit der veröffentlichten Forschungsdaten in Übereinstimmung mit den Open Access und Open Science-Forderungen am ehesten. Einschränkungen mittels „Share-Alike-Komponente“ können dagegen zu Inkompatibilitäten mit weiteren Lizenzen führen und ggf. kollaboratives Arbeiten hindern. Auch CC BY-ND oder CC BY-NC schränken Nutzungsmöglichkeiten – gerade auch im wissenschaftlichen Kontext – ggf. zu sehr ein. Vgl. hierzu Paul Klimpel: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen bei nichtkommerziellen CC-Lizenzen (2012) sowie darüber hinaus Andreas Wiebe und  Lucie Guibault: Safe to be open - Study on the protection of research data and recommendations for access and usage (2013)  für einen umfassenden Überblick über rechtliche Fragen zu Forschungsdaten im europäischen Rechtsraum.

Auch in unserer Archivierungs- und Veröffentlichungsvereinbarung für heiDATA finden Sie weitere Informationen zu den empfohlenen Lizenzen (S. 4f).

Welche Open Source Lizenz kann ich für meine Software-Entwicklung verwenden?

Mit einer fortwährenden Zunahme an Open Source Software-Entwicklungen verbreitert sich auch die Auswahl an entsprechenden Lizenzmodellen. Dabei stellen die Versionen der GNU General Public License die wohl am weitesten verwendeten Softwarelizenzen dar. Bei der Wahl einer geeigneten Lizenz, können sich EinsteigerInnen unter Choosealicense einen ersten Überblick verschaffen. Darüber hinaus finden sich umfassende und detaillierte Informationen zu den verschiedenen Lizenzmodellen in einer Lizenz-Dokumentation der Free Software Foundation.

Gemäß der Richtlinien der Universität Heidelberg ist bei der Wahl einer geeigneten Lizenz insbesondere auch das wirtschaftliche Potential der entwickelten Software zu bedenken. In gemeinsamer Absprache mit dem Dezernat Forschung, Abteilung 6.1: Rechts-und Strukturfragen der Forschungsförderung, kann hier eine Vereinbarung für ein geeignetes Lizenzmodell getroffen werden. Bitte nehmen Sie hierfür Kontakt mit dem Bereich "Patentmanagement" auf.

Welche Dateiformate können in heiDATA verwendet werden?

heiDATA ermöglicht die Archivierung unterschiedlicher Dateiformate. Im Hinblick auf eine optimale Langzeitarchivierung Ihrer Daten empfiehlt es sich, möglichst nicht-proprietäre und gut dokumentierte Formate zu verwenden, zudem sind in der Regel textuelle Formate besser für die Archivierung geeignet als binäre . Darüber hinaus ist natürlich zu berücksichtigen, welche Formate in Ihrer Fachcommunity standardmäßig Verwendung finden. Wir beraten Sie gerne zur Wahl geeigneter Datenformate und unterstützen gegebenenfalls bei der Konvertierung Ihrer Daten in für die Archivierung geeignetere Formate.

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Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 30.03.2017
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